DAS KWO ist abgeschaltet ! Sicher?

KWO ist abgeschaltet? Nein, das trifft so nicht zu! Es ist nicht mehr am Netz, sondern ruht.
Wirklich abgeschaltet wird es am 15. 11. 05, dann nämlich erlischt die Betriebserlaubnis.
Nun könnte auch die Homepage ruhen - wäre da nicht zu guter Letzt das Eine oder Andere nachzutragen:

Schon im Januar 2001 schlug der VGH Mannheim vor, das Verfahren einzustellen. Das lehnten wir damals ab, erfuhren aber bald von der Geheimabsprache zwischen Bundesregierung und EnBW über die Laufzeitverlängerung des KWO. Das fügt sich nahtlos in unsere Erfahrungen mit Politikern ein:
Zur Zeit der CDU/SPD-Koalition in Baden-Württemberg sorgte der angebliche Atomkraftgegner und damalige Umweltminister H.B. Schäfer (SPD) 1992 für die Dauerbetriebsgenehmigung des KWO. 2002 sicherte das Bundesumweltministerium unter Minister Trittin (GRÜNE) den Betriebern des KWO und der EnBW die Laufzeitverlängerung zu.
Im letzten Verfahren vor dem BVerwG (2000) stand das BMU (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktosicherheit ) auf unserer Seite; durch Urteil vom Oktober 2000 wurde das Verfahren an den VGH Mannheim zurückverwiesen. Vor dem BVerwG plädierte auch der Oberbundesanwalt in unserem Sinne. 2002 gab es einen Schriftsatzwechselzwischen BMU und der Aufsichtsbehörde des Landes, in dem das BMU das Land aufforderte, unsere Argumente vor dem VGH zu vertreten; unter anderem wegen der Sicherheitsdefizite. Ein Jahr später fiel das BMU um und machte sich die "Sicherheitsbeweise" aus uralten ZÜV- u.ä. Gutachten zu Eigen.
Mittlerweile zeichnete sich ab, dass es in dem an den VGH zurückverwiesenen Verfahren vor der endgültigen Abschaltung des KWO gar kein bestandskräftiges Urteil geben wird. Daher stimmte unsere Klägergemeinschaft dem Ruhen des Verfahrens zu. Das gilt auch für das Verfahren gegen die Genehmigung des Zwichenlagers.

So also ist der Sachstand.
Wir sind nach allen Erfahrungen misstrauisch. Wir alle kennen die Äußerungen aus mehr oder weniger berufenem Politikermund, die den Atomkonsens beseitigen oder zumindest die Laufzeit der AKW verlängern wollen. Zum Thema Zuverlässigkeit der Politker haben wir ja auch schon entsprechende Erfahrungen gesammelt.

Daher also:
Ruhen des Verfahrens bedeutet:
Wir können das Verfahren zur Stilllegung des Reaktors sofort wieder aktivieren, wenn ein Leistungsbetrieb beim KWO erneut aufgenommen wird.
Aus wirtschaftlich Sicht erscheint dies wenig wahrscheinlich, müssten doch zur Wiederaufnahme des Leistungsbetiebs mit einer Vorlaufzeit von ca. 2 - 3 Jahren gerechnet werden. Dem steht allerdings entgegen, dass sich Politiker aus Prestigegründen u. U. zu Fehlreaktionen verleiten lassen.

Wir sind dabei, unsere Erfahrungen aus 16 Jahren Auseinandersetzungen mit Landes- und Bundesbehörden, Gutachtern, Justizbehörden etc. zusammenhängend darzustellen. Vielleicht könnnen sich wir andere BI daraus Nutzen ziehen.