| Sicherheit |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
| Die deutschen AKW sind die
sichersten der Welt. Bisher kam es noch nie zu einem schweren
Unfall. |
Die Behauptung, deutsche AKW
seien die sichersten der Welt, ist arrogant gegenüber den
ausländischen Unternehmen. Kein Staat würde jemals
zugeben, seine AKW seien weniger sicher, als die anderer Staaten.
Wir verdanken es nur glücklichen Umständen, dass es
bisher nicht zu einem schweren Unfall gekommen ist (im Jahr
1987 war eine Katastrophe in Biblis A sehr nahe).
Mit zunehmendem Alter nimmt die Sicherheit eines jeden AKW naturgemäß
ab. Denn es gibt kein technisches System, das keinen Alterungsprozessen
unterliegt. |
|
|
| Kontrolle |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
| Atomkraftwerke unterliegen einer
ständigen und strengen Kontrolle durch die Behörden. |
Die Kontrolle durch Behörden
ist teilweise äußerst mangelhaft. So lange die Länder
an Stromkonzernen wirtschaftlich beteiligt sind, gleichzeitig
aber auch als Aufsichts- und Genehmigungsbehörde fungieren,
wird sich hieran nichts ändern. Zudem sitzen Politiker
oftmals in den Aufsichtsgremien der Stromkonzerne, sind also
in ihrem Handeln befangen. |
|
|
| Gewährleistung der Sicherheit |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
| Das Personal der AKW hat hohen
Ausbildungsstand, der die Sicherheit gewährleistet. |
Unbestreitbar hat das Personal
einen hohen Ausbildungsstand. Gleichwohl einen waren die meisten
ernsthaften Störfälle im In- und Ausland auf"
menschliches Versagen", besser gesagt Überforderung
der Menschen zurückzuführen. Im übrigen kommen
die AKW immer mehr in Schwierigkeiten, da sich immer weniger
junge Menschen zum Studium der Kernenergie entschließen.
Dies wird in ab sehbarer Zeit den Sicherheitsstandard vermindern. |
|
|
| Arbeitsplätze |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
| Durch Abschalten der AKW gehen
Arbeitsplätze verloren, die Wirtschaft der betroffenen
Regionen wird geschädigt. |
Nach dem Abschalten eines AKW
müssen zur Wartung der Anlage und zum späteren Abriss
etwa 2/3 bis 3/4 der Mitarbeiter weiterhin beschäftigt
werden. Durch die Liberalisierung des Strommarktes besteht aber
die Gefahr, dass der relativ teure Atomstrom weniger konkurrenzfähig
ist. Daher werden die Energieunternehmen Arbeitsplätze
abbauen, um hohe Gewinnspannen zu erzielen. Regenerative Energieerzeugung
ist arbeitsintensiver und schafft mehr Arbeitsplätze als
durch Abschalten der AKW verloren gehen. |
|
|
| Bevorratung des Rohstoffes |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
| Für Krisensituationen lässt
sich Kernbrennstoff bevorraten. |
Das gleiche Argument gilt für
die anderen, fossilen Energieträger, für die allerdings
größere Lager-Volumina erforderlich sind. Demgegenüber
be- darf die Bevorratung mit Kernbrennstoff eines enorm hohen
Sicherheitsaufwandes mit hohen Personalkosten. |
|
|
| Sicherheit bei Angriff / Terroranschlägen |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
| AKW sind gegen Einwirkungen von
außen wie Flugzeugabsturz, Explosionen und terroristische
Angriffe geschützt. |
Dieses Argument mag vor ca. 20
Jahren zugetroffen haben. Ein Teil der AKW ist nur noch gegen
den Absturz leichter Flugzeuge z.B. vom Typ Starfighter gesichert,
nicht jedoch gegen schwerere Flugzeuge wie Passagiermaschinen,
oder gar gezielte Angriffe.
Als Folge der modernen Waffentechnik, vor allem auf dem Gebiet
panzerbrechender Waffen, reicht der äußere Schutz
(Betonkuppel) gegen terroristische Angriffe nicht mehr aus.
Wir haben gewissermaßen die "Atomwaffen" in
Form der AKW im eigenen Lande zur gefälligen Bedienung
durch Terroristen platziert. |
|
|
| Entsorgung Atommüll |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
| Die Entsorgung des atomaren Abfalls
ist sichergestellt - ein Endlager wird geschaffen werden. |
Die Entsorgung des Atommülls
ist gegenwärtig und voraussichtlich in den nächsten
30-50 Jahren nicht sichergestellt. Die Wiederaufarbeitung abgebrannter
Brennelemente dient lediglich der Tarnung des Entsorgungsnotstandes.
Die Einrichtung von Zwischenlagern ist unter dem gleichen Aspekt
zu sehen. Wiederaufarbeitung und Zwischenlager dienen nur einem
Zweck: Zeitgewinn. In dieser Zeit wird ständig neuer Atommüll
produziert, darunter auch atomwaffenfähiges Plutonium,
das jetzt schon in einer Menge von über 12 Tonnen in La
Hague lagert. Die Entsorgung des Atommülls wird für
die nächsten Generationen ein enormes Sicherheits- und
Finanzproblem werden.. Wir Heutigen handeln nach dem Prinzip:
Alle Vorteile für uns - die Nachkommen sollen sehen, wie
sie mit unserer Hinterlassenschaft fertig werden. |
|
|
| Zwischenlager / Atomtransporte |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
| Durch die Einrichtung von Zwischenlagern
an den Stand- Orten der AKW werden Transporte Von radioaktivem
Abfall vermieden |
Das Argument ist vordergründig:
Die Zwischenlager dienen lediglich dazu, den AKW den Weiterbetrieb
zu ermöglichen, sie sollen eine Entsorgung des Atommülls
vortäuschen. Ohne diese Zwischenlager müssten die
AKW abgeschaltet werden. Die Genehmigung der Zwischenlager durch
die Aufsichts- Behörden beruht auf der Absichtserklärung
der Bundesregierung, in ferner Zukunft ein Endlager einzurichten.
|
|
|
| Abhängigkeiten vom Ausland |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
| Durch Atomenergie sind wir bei
der Energieerzeugung weniger vom Ausland abhängig. |
Das trifft nicht zu. Uran wird
ausschließlich im Ausland gewonnen. Bei der bergmännischen
Gewinnung von Uran entstehen riesige, radioaktiv strahlende
Abraumhalden, die schon zu Gesundheitsschäden bei der einheimischen
Bevölkerung geführt haben. Dies wird von den Industrie-
ländern des eigenen Vorteils wegen billigend in Kauf genommen
- nach Art der Kolonialherren. |
|
|
| Strahlenbelastung |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
| Die Belastung der Bevölkerung-
radioaktiven Strahlen aus AKW ist geringer als die natürliche
Strahlung, der wir ausgesetzt sind . |
Zunächst ist festzustellen,
dass die "natürliche" Strahlung als Folge der
mit oberirdischen Atomwaffenversuche und der ständigen
Abgabe radioaktiver Substanzen durch die über 400 AKW der
Erde kontinuierlich ansteigt. Es ist nachgewiesen, dass die
natürliche Strahlung für etwa ein ständig Drittel
der Krebsfälle bei Kindern und Jugendlichen verantwortlich
ist. Al- le Lebewesen, also auch der Mensch, stehen seit tausenden
Jahren in einem biologischen Gleichgewicht mit der natürlichen
Strahlung, die Art wird nicht gefährdet. In dieses Gleichgewicht
greift der Mensch, durch die Nutzung der Atomenergie und den
dadurch bedingten Anstieg der Radioaktivität weltweit ein.
Damit sind nicht nur Gesundheitsschäden verbunden, sondern
auch Schäden des Erbgutes. |
|
|
| Genehmigung |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
| Die Genehmigungen für AKW
durch die zuständigen Behör- den wurden ohne zeitliche
Begrenzung erteilt; daher dürfen AKW nicht abge- schaltet
werden |
Dies trifft nicht zu. Das Bundesverfassungsgericht
stellte in seinem Urteil v. 8.8.1978 (Kalkar-Urteil) fest: "Hat
der Gesetzgeber eine Ent- scheidung getroffen, deren Grundlage
durch neue, im Zeitpunkt des Gesetzeserlasses noch nicht abzusehende
Entwicklungen entschei- dend in Frage gestellt wird, kann er
von Verfassungs wegen gehalten sein zu überprüfen,
ob die ursprüngliche Entscheidung auch unter veränderten
Bedingungen aufrechtzuerhalten ist." Diese Situation ist
gegeben: Seit Erlass des Atomgesetzes haben sich Technik und
Wis- senschaft weiterentwickelt, die derzeit betriebenen AKW
sind tech- nisch und vor allem in ihrer Sicherheit überholt,
sie können durch Einwirkungen von außen zerstört
werden. Der Gesetzgeber ist aber bisher diesen Auflagen des
BVerfG nicht nachgekommen. |
|
|
| Grenzwerte |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
| Alle AKW halten die Grenz- werte
für die Abgabe von radioaktiven Substanzen mit der Abluft
und dem Ab- wasser ein, die von den Be-. hörden vorgeschrieben
wurden |
Im allgemeinen werden von den
AKW die in der Strahlenschutzverordnung-vorgegebenen Grenzwerte
zumindest rechnerisch eingehalten. Das heißt aber auch,
dass die AKW im Normalbebetrieb radioaktive Substanzen mit der
Abluft und dem Abwasser in die Biosphäre freisetzen dürfen,
die für Pflanzen, Tiere und Menschen schädlich sind.
Dies gilt besonders für radioaktiven Wasserstoff (Tritium)
und Kohlenstoff, beide wesentliche Bausteine der Organismen.
Für radioaktive Substanzen gibt es keine unschäd-lichen"Grenzwerte",
jede Dosis ist schädlich. Die Grenzwerte sind lediglich
Planungswerte, die im wesentlichen auf den Todesfallstatistiken
von Hiroshi-ma und Nagasaki beruhen. Hierbei bleibt außer
acht, daß nicht nur das Grundrecht auf Leben, sondern
auch jenes auf körperliche Unversehrtheit zu den höchsten
Rechtsgütern zählen. Trotz Einhaltung der Grenzwerte
gibt es im 5-km-Radius um AKW bei Kleinstkindern unter 5 Jahren
ca. 2,7 mal mehr Leukämie - Erkrankungen als in Vergleichsregionen.
|
|
|
| Klimaaspekt / Kohlendioxyd |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
| AKW geben kein Kohlen- dioxyd
ab, sie tragen also zum Schutz gegen das . Treibhausklima bei. |
Nur bei der Stromproduktion wird
von den AKW kein Kohlendioxyd ab- gegeben. Gewinnung und Aufbereitung
von Uran, Herstellung von Brennstäben und -elementen, Errichtung
von AKW, vielfältige Trans- porte von der Gewinnung des
Urans bis zur Entsorgung des Atommülls, Abriss der AKW
u.v.a.m. führen zu Kohlendioxyd - Emissionen, die den AKW
und anderen Atomanlagen anzulasten sind. Richtig ist, dass alte
Kohlenkraftwerke große Mengen an Kohlendioxyd abgeben.
Dagegen werden von modernen Gas-Kraftwerken in der Bilanz geringere
Mengen Kohlendioxyd freigesetzt als von AKW. Die geringste Kohlendioxyd-Ab-
gabe haben Anlagen mit Kraft-Wärmekoppelung , die in dieser
Hinsicht nur noch von alternativen Energien übertroffen
werden. Besonders effektiv wären Sparmaßnahmen: Jede
Mark, die wir hierfür einsetzen, ist für die Minderung
der Kohlendioxydabgabe um das 5 - 10 fache wir- kungsvoller
als eine Investition dieser Mark in die Atomenergie. |
|
|
| Preis |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
| Atomstrom ist billiger als Strom
aus Kraftwerken, die mit fossilen Energie trägern (Kohle,
Erdöl) betrieben werden.
|
Strom zum Nulltarif - das war
das Schlagwort der 60er Jahre. Der Staat hatte sich die Förderung
der Atomenergie zur Aufgabe gestellt, die mit ca. 50 Milliarden
Mark gefördert wurde. Zudem obliegt die Endla- gerung dem
Staat, d. h. die Bürger müssen für die Kosten
aufkommen. Davon betroffen sind bei einer Endlagerung von etwa
100 000 Jahren die nächsten 3 333 Generationen. Die beachtlichen
Gewinne der Stromkonzerne fließen also in private Taschen,
die Verluste durch Ent- sorgung werden sozialisiert. In diese
Rechnungen sind die hohen sozia- len Kosten nicht miteinbezogen,
die die Atomenergie verursacht, wie Gesundheitsschäden,
Todesfälle, Kontamination der Umwelt mit Radio- aktivität
u.v.a.m. Hierbei ist noch nicht berücksichtigt, welche
Kosten durch einen Super-GAU à la Tschernobyl entstünden.
Das unabhängige Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos in
Basel errechnete Gesamt- kosten von 10,7 Billionen Mark - eine
unvorstellbare Summe. Die Financial Time schrieb am 29.3.90:
"Die Investitionen in die Atomenergie waren der kostspieligste
Fehler der britischen Industriegeschichte. Genau wie in den
Vereinigten Staaten, wo sich die Kernkraft ebenfalls als kommerzielle
Katastrophe erwiesen hat..." |
|
|
| Energiekapazitäten |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
| Wenn die AKW abgeschal- werden,
gehen die Lichter aus. Deutschlands Wirtschaft wäre nicht
konkurrenzfähig. |
Die Energiewirtschaft verfügt
über eine beachtliche Überkapazität an tet Strom,
so dass ein großer Teil der AKW folgenlos abgeschaltet
wird könnte. Hinzu kommen Sparmöglichkeiten, die bisher
kaum genutzt wurden, wie Stromsparlampen, Verzicht auf "Stand
- by"- Schaltung mehr in Elektrogeräten und nächtliche
Leuchtreklamen, dezentralisierte Kraft- Wärme-Koppelungsanlagen
mit hohem Wirkungsgrad. Würde die alter- native Energieproduktion
in gleichem Maße wie die Atomenergie geför- dert,
könnten alle AKW abgeschaltet und ein Ersatz durch Stromproduk-
tion mittels fossiler Energieträger vermieden werden. Mit
der Fehlinvesti- tion von Kalkar (9 Milliarden Mark) hätten
900 000 Dächer mit Solarzel- len zur Warmwasserbereitung
gedeckt werden können. |
|
|
| Demokratie |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
| Das Atomgesetz wurde nach parlamentarischer
Beratung am 25.12.1959 erlassen und beruht auf demokratischer
Willens- bildung. |
Weder die damalige Regierung
noch die Parteien, geschweige denn die Bevölkerung übersahen
damals die Folgen der Nutzung der Atomen- ergie. Insbesondere
wurden die Probleme der Sicherheit und der Lage- rung von Atommüll
verkannt. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die damaligen
Beschlüsse den Prinzipien der Demokratie widersprechen:
Sie binden viele Generationen an Entscheidungen, die allenfalls
2 Gene- rationen scheinbare Vorteile gewähren, deren Folgen
jedoch viele nachfolgende Generationen zu tragen haben. Im Sinne
der Demokratie wäre zu fordern, die damaligen Irrtümer
einzugestehen und die ständig wachsende Belastung kommender
Generationen zumindest zu stoppen |
|
|
| Gefahr eines GAU |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
| Ein Super-GAU ist in deutschen
AKW nicht möglich. |
Ein Super-GAU ist über all
dort möglich, wo AKW betrieben werden. Die absolut sichere
Technik gibt es nicht, alle technischen Anlagen sind von Menschen
geplant und gebaut , sie werden von Menschen betrieben, gewartet
und überwacht. Schon die Römer wussten "Errare
humanum est", d.h. Irren ist menschlich. Die Folgen eines
Super-GAUs in einer dicht besiedelten Gegend wie Deutschland
sind kaum vorstellbar: - ein funktionierender Katastrophenschutz
existiert nicht, - eine Evakuierung ist kaum realisierbar, -
die Zahl der Todesfälle wird -abhängig von der Region
- in der Größenordnung 10 000 bis 100 000 liegen,
die der verstrahlten Personen wird um den Faktor 10 bis 20 höher
liegen. Nach Berechnungen des Prognos-Instituts Basel würde
beispielsweise der Super-GAU des AKW Biblis B (1300 MW Leistung)
Schäden in der Höhe von 10,7 Billionen DM verursachen.
|
|
|
| Atomkonsens |
 |
| Pro KWO |
Contra KWO |
Durch den "Atomkonsens",
die Vereinbarung zwischen Bundes- Regierung und Betreibern
der AKW, wird die Laufzeit der Reaktoren begrenz. In ca. 30
Jahren gehen AKW vom Netz.
|
Der sog. Atomkonsens bietet den
Betreibern die Möglichkeit, vor allem die Laufzeit der
ältesten AKW zu Lasten neuerer Anlagen zu verlängern.
So erreichte die EnBW durch eine Geheimabsprache zwischen BK
Schröder und dem Vorsitzenden der EnBW Goll für das
älteste deutsche AKW in Obrigheim eine Betriebsverlängerung
um 2 ½ Jahre. In den kommenden 30 Jahren werden die deutschen
AKW nochmals die gleiche Menge an radioaktivem Abfall produzieren,
die in ihrer bisherigen Laufzeit angefallen sind. |
|
|
| |